Wie war das noch gleich mit dem Eigenmietwert?

13. September 2019

1934 per Notrecht als eidgenössische Krisenabgabe eingeführt und 1958 ins reguläre Recht übernommen, ist er vielen Eigenheimbesitzern bis heute ein Dorn im Auge. Derzeit findet ein erneuter Anlauf statt, den Eigenmietwert endgültig durch ein neues System der Wohneigentumsbesteuerung ersetzen zu lassen. Was geschieht aber in diesem Fall mit den Steuerabzügen für Schuldzinsen? Und was war der Eigenmietwert eigentlich noch gleich?

« Zurück

Der Eigenmietwert ist ein steuerrechtlicher Begriff für den Mietwert für selbstgenutzte Liegenschaften. Dabei wird von Miet- oder Pachteinnahmen ausgegangen, die theoretisch erzielt werden würden, sollte die Liegenschaft vom Eigentümer statt selbst bewohnt extern vermietet oder verpachtet werden. Diese fiktiven theoretischen Einnahmen unterliegen der Einkommenssteuer. Im Gegenzug dafür kann der Eigenheimbesitzer Hypothekarzinsen und Unterhaltskosten für die Liegenschaft von den Steuern abziehen.

Genau dies allerdings sorgt für Ärger. Denn gerade ältere Hauseigentümer verfügen oft über ein tieferes Einkommen und kaum noch abzugfähige Schuldzinsen. Grosse Investitionen in die eigene Liegenschaft fallen somit ebenfalls weg, folglich fällt ein immer grösserer Anteil des Eigenmietwerts auf sie zurück - ein Teufelskreis. Doch auch für junge Immobilienerwerber kann der Eigenmietwert zum Knackpunkt werden. Denn die anhaltend tiefen Zinsen führen zu einem Missverhältnis zwischen dem Schuldzinsabzug und dem fiktiven zusätzlichen Einkommen, die Abzüge fallen aufgrund der tiefen Zinsen sehr gering aus.

Ist eine Abschaffung des Eigenmietwerts also die Lösung? Jein, denn seit mehr als 80 Jahren hat er sich trotz mehreren Volksabstimmungen hartnäckig gehalten. Zudem sollen fairerweise auch die entsprechenden Steuerabzüge wie Unterhaltskosten, auf Bundesebene sogar Energiespar- und Umweltabzüge abgeschafft werden. Das dermassen tiefe Zinsniveau könnte jetzt allerdings den gewünschten Umschwung bringen.

Laut HEV Schweiz konnten Betroffene bis zum 12. Juli 2019 zur Gesetzesvorlage Stellung nehmen. Derzeit wird ein definitiver Entwurf ausgearbeitet und danach wird die Vorlage in die parlamentarische Beratung geschickt. Wir dürfen also weiterhin gespannt das Geschehen verfolgen.

Autor

Tobias Walter Bürki am 13. September 2019

Am liebsten engagiere ich mich für die Entwicklung Ihrer Liegenschaft. Ich fühle mich auf der Baustelle wohl und suche nach innovativen Lösungen für Ihren Umbau. Aus verschiedenen Offerten erarbeite ich die optimale Lösung und es macht mir Freude zu sehen, was mit einer Liegenschaftsentwicklung erreicht werden kann.

Ihre Meinung

Haben Sie Fragen oder Anmerkungen zu diesem Eintrag? Kommen Sie gerne auf uns zu.

Ihre Nachricht wurde erfolgreich verschickt, herzlichen Dank.
Wir melden uns rasch bei Ihnen zurück.

Ihre Nachricht konnte nicht verschickt werden, bitte entschuldigen Sie.

Versuchen Sie es bitte erneut oder nehmen Sie telefonisch mit uns Kontakt auf.